Gemeinsam mehr erreichen.

22. November 2016

Von Klaus Holdefehr (Text und Foto) · Quelle: echo-online.de
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JUGENDFUSSBALL Inzwischen arbeiten fast alle Groß-Umstädter Vereine zusammen

GROSS-UMSTADT – „Das war ein schlechter Pass. Ja, gut abgespielt. Und weiter.“ Schnell geht’s zu beim Training der D2-Jugend, trotz des nassen Hartplatzes im Raibacher Tal. Die Mannschaft, trainiert von Mario Kubik und Christian Pöppe, gehört zum Jugendförderverein (JFV) Groß-Umstadt, und den gibt es erst seit Beginn des Jahres.

Jugendförderverein? „Na, eigentlich ist das jetzt eine ganz große Jugendspielgemeinschaft“, sagt Rolf Lochmann, der Vorsitzende. Aber unser übergeordneter Verband hat diesen Namen und diese Organisationsstruktur gefordert.“

VON A BIS E

Unter dem Dach des erst in diesem Jahr gegründeten JFV trainieren 400 Kinder und Jugendliche aus sechs Fußball-Vereinen der Stadt. 17 Mannschaften verteilen sich auf alle Altersklassen von der E- bis zur A-Jugend. Zwei sind es jeweils in der A- B- und C-Jugend, fünf in der D- und sogar sechs in der E-Jugend.

 

Ansprechpartner ist Vorsitzender Rolf Lochmann

06078 71052 · rolf.lochmann@jfv-gross-umstadt.de

(hol)

Hintergrund: Natürlich gibt es schon seit Jahren in der Jugendarbeit Kooperationen zwischen Fußballvereinen. „Sonst könnten wir bestimmte Alters- und Leistungsklassen gar nicht mehr besetzen. Zwar sind wir eine Zuzugsregion, aber die Kinder werden trotzdem weniger, und etliche haben auch andere Interessen.“ Die Kooperationen mussten aber für jede Saison neu ausgelotet werden, und auch durch den damit verbundenen Verwaltungsaufwand kostete das immer viel Zeit.

Jetzt kostet Vieles die Zeit von Chefkoordinator Lochmann, aber das Mitglied der SG Raibach/Groß-Umstadt bringt die gerne ein, weil er im Verbund viel mehr Fördermöglichkeiten für Kinder und Jugendliche sieht.

Vorgeschichte: Im D- und C-Jugendbereich gab es schon immer Kooperationen unter vier der insgesamt acht Fußballvereine in der Stadt. Aber diese Organisationsform bedeutete auch: Jedes Jahr neue Spielerpässe, jedes Jahr neue Spielanträge. Vor zehn Jahren gab es schon einmal den Versuch, das alles zu einem großen Ganzen zusammenzufassen. „Was damals an Vorbehalten und Befürchtungen der Vereine scheiterte, ist jetzt Wirklichkeit geworden.“

Die Befürchtungen kann man sich zum Teil ausmalen: dass der Verein einen Teil seiner Eigenständigkeit aufgibt, dass ihm junge Talente abhandenkommen. Außerdem gibt es ja historisch gewachsene Animositäten zwischen einzelnen Vereinen. Aber die Not baut Brücken über solche Gräben. „Im vergangenen Winter gab es ein Brainstorming aller Jugendwarte aller Vereine, um zu überlegen, wie man die Jugendarbeit effektiver organisieren kann.

Spieler bleiben Mitglied in ihrem Heimatverein

Seit drei, vier Jahren gibt es ein Angebot des Deutschen Fußball-Bunds zur Gründung eines Jugendfördervereins, und alle waren davon angetan. Die Idee wurde in die Vorstände getragen und von den allermeisten angenommen“, berichtet Lochmann. Mit dabei sind die Spielvereinigung der Kernstadt, der portugiesische Sportverein, TSV Richen, TSV Klein-Umstadt, SV Raibach/Groß-Umstadt, TV Semd und SV Heubach. Nicht mit dabei sind der TSV Wiebelsbach („Die haben keine Mannschaft mehr“) und SV Viktoria Kleestadt („Die wollen ihre Zusammenarbeit mit dem TSV Langstadt fortsetzen“).

Der JFV tritt als reiner Dienstleister auf, wird finanziell von den Heimatvereinen der kickenden Kinder und Jugendlichen finanziert. Die Spieler bleiben Mitglieder ihrer Heimatvereine, die sich deshalb auch nicht vor dem Verlust ihrer Talente fürchten müssen.

Ziel: „Wir wollen jedem Kind, jedem Jugendlichen eine leistungsgerechte Mannschaft anbieten.“ 400 Spieler von der A- bis hinunter zur E-Jugend werden im JFV trainiert und betreut. „Mit so einem großen Pool können wir nun auch Mannschaften für die Leistungsklasse der Kreisliga und mehr aufstellen.“


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